Tippt jemand am Handy „Elektriker Kerpen“ ein, steht über den blauen Links ein Kartenausschnitt mit drei Betrieben. Wer dort auftaucht, entscheidet Google anhand eines Profils, das es für deinen Betrieb womöglich längst gibt, auch ohne dein Zutun. Ein Google Unternehmensprofil einrichten heißt deshalb meistens: das vorhandene übernehmen, bestätigen und die Felder geraderücken, an denen tatsächlich etwas hängt.
Wer ein Google Unternehmensprofil einrichten will, findet dazu lange Anleitungen mit zwanzig Punkten. Tragend sind vier davon. Sie lassen sich später nur mit Aufwand ändern, und genau dort entstehen die teuren Fehler.
Dein Profil gibt es oft schon, bevor du etwas tust
Google setzt Unternehmensprofile nicht erst an, wenn sich jemand anmeldet. Die Angaben stammen laut Google aus öffentlich zugänglichen Quellen wie gecrawlten Webinhalten, aus lizenzierten Daten von Drittanbietern, aus Beiträgen von Nutzern und aus den eigenen Interaktionen von Google mit einem Ort. Nutzer können außerdem Änderungen vorschlagen, wenn sie ein Profil für fehlerhaft halten.
In der Praxis führt das zu Profilen mit Öffnungszeiten von vorgestern, einer alten Festnetznummer oder einer Adresse, unter der seit zwei Jahren niemand mehr sitzt. Solange niemand das Profil beansprucht hat, korrigiert das auch keiner. Ein Google Unternehmensprofil einrichten beginnt deshalb nicht mit einem Formular, sondern mit einer Suche: deinen Firmennamen zusammen mit dem Ort in Google eingeben und nachsehen, ob rechts ein Kasten erscheint. Steht darin ein Link im Sinne von „Inhaber dieses Unternehmens?“, existiert das Profil bereits und wartet darauf, übernommen zu werden.
Google Unternehmensprofil einrichten: die Reihenfolge, die sich bewährt hat
Bearbeitet wird das Profil heute dort, wo es auch erscheint. Google nennt dafür zwei Wege: direkt in der Google Suche, wenn du mit dem passenden Konto angemeldet bist, und in der Google Maps App über den Bereich für das eigene Unternehmen. Ein eigenes Programm brauchst du nicht.
- Profil beanspruchen oder neu anlegen.
- Namen eintragen, genau so, wie er am Gebäude oder auf der Rechnung steht.
- Primäre Kategorie wählen.
- Adresse, Einzugsgebiet oder beides festlegen.
- Öffnungszeiten, Telefonnummer und Website eintragen.
- Leistungen und Beschreibung ergänzen.
- Eigene Fotos hochladen.
- Bestätigung durchlaufen.
- Erste Bewertungen einholen.
Die Reihenfolge ist kein Ritual. Sie sorgt dafür, dass die Bestätigung auf ein Profil trifft, das schon stimmt. Wer zuerst bestätigt und danach Name und Kategorie umbaut, schaut je nach Fall in eine erneute Prüfung.
Der Name ist das Feld, an dem Profile gesperrt werden
Beim Google Unternehmensprofil einrichten ist der Name das erste Feld und zugleich das gefährlichste. Google verlangt, dass du dein Unternehmen so darstellst, wie du es auch außerhalb des Internets auf Schildern, Briefpapier und anderem Material tust. Nicht in den Namen gehören Keywords und Werbeslogans, Öffnungszeiten, Telefonnummern, Adressen von Websites, Standorthinweise wie „neben dem Parkhaus“ und Hinweise auf Sonderaktionen. Wer sich nicht daran hält, riskiert laut Google, dass das Profil gesperrt wird oder dass Angaben nachträglich geändert oder ganz aus Google entfernt werden.
Der Rat, „Webdesign Kerpen“ oder „Elektro Meisterbetrieb Köln“ an den Firmennamen zu hängen, hält sich trotzdem hartnäckig, und ehrlicherweise funktioniert er kurzfristig manchmal sogar. Nur ist der Einsatz bei diesem Spiel das ganze Profil samt aller Bewertungen, die daran hängen. Für einen Betrieb, der seine Kundschaft aus der Umgebung zieht, ist das der schlechteste Tausch, den ich kenne.
Eine Kategorie, die stimmt, schlägt fünf, die ungefähr passen
Die primäre Kategorie sagt Google, was dein Betrieb im Kern macht. Google empfiehlt ausdrücklich, so wenige Kategorien wie möglich auszuwählen und dabei möglichst präzise zu bleiben, statt die Liste als Sammelstelle für Suchbegriffe zu benutzen.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Ein Betrieb, der Bäder saniert, findet in der Liste sowohl „Sanitärtechniker“ als auch „Bauunternehmen“ und „Fliesenleger“. Alle drei sind nicht falsch. Wer sie alle drei einträgt, erklärt Google aber, dass er alles ein bisschen macht. Die primäre Kategorie ist das Feld, bei dem ich am längsten nachdenke, bevor ich es ausfülle, und das ich danach in Ruhe lasse. Wenn ich für einen Kunden ein Google Unternehmensprofil einrichten soll, ist das der Punkt, an dem ich nachfrage, womit er im letzten Jahr tatsächlich sein Geld verdient hat.
Adresse, Einzugsgebiet oder beides
Kommen die Kunden zu dir, gehört die Straßenadresse ins Profil. Fährst du zu ihnen, kannst du stattdessen oder zusätzlich ein Einzugsgebiet angeben. Google zieht dabei eine klare Grenze: Das Gebiet sollte nicht weiter als etwa zwei Autostunden vom Standort des Unternehmens entfernt liegen. Ein Malerbetrieb aus Kerpen, der „ganz Deutschland“ einträgt, gewinnt damit nichts.
Zwei Dinge sind laut den Richtlinien nicht zulässig: ein Postfach an einem Standort, der nichts mit dem Unternehmen zu tun hat, und ein virtuelles Büro ohne Personal, das während der angegebenen Öffnungszeiten tatsächlich vor Ort ist. Das betrifft mehr Betriebe, als man denkt, nämlich alle, die sich für die bessere Adresse einen Büroservice in der Kölner Innenstadt gemietet haben.
Die Bestätigung per Video ist die eigentliche Hürde
Früher kam eine Postkarte mit einem Code. Heute verlangt Google in vielen Fällen ein Video, und das ist der Schritt, bei dem Profile wochenlang liegen bleiben. Das Video muss laut Google eine unbearbeitete, einzigartige und vollständige Aufnahme ohne Unterbrechungen sein. Geschnittenes Material oder eine fertige Firmenpräsentation werden abgelehnt, gefilmt wird live.
Gezeigt werden müssen drei Dinge. Bei einem Ladengeschäft: der Standort mit Straßenschild und Hausnummer, die Existenz des Unternehmens über die Außenansicht mit lesbarem Firmennamen, und die Leitungsbefugnis über Bereiche, zu denen nur Mitarbeiter Zugang haben, etwa Kasse oder Küche. Bei Dienstleistern ohne festen Standort: der Standort über Orientierungspunkte in der Umgebung, professionelle Werkzeuge, Geräte oder Produkte, und der Nachweis, dass du den Betrieb führst, etwa indem du dich bei der Arbeit filmst oder Geschäftsunterlagen zeigst. Die Prüfung kann bis zu fünf Werktage dauern.

Vor dem Dreh lohnt sich eine Minute Planung: Wo fängst du an, was hältst du in welcher Reihenfolge in die Kamera, wo hörst du auf. Ein Google Unternehmensprofil einrichten scheitert selten am Formular und oft an einem Video, das nach dreißig Sekunden abgebrochen und neu begonnen wurde.
Bewertungen, und was beim Einsammeln verboten ist
Google beschreibt das lokale Ranking über drei Faktoren: Relevanz, also wie gut ein Profil zu dem passt, was jemand sucht, Entfernung zum Suchenden und Bekanntheit. Zu den Rezensionen wird Google ungewöhnlich deutlich: Je mehr Rezensionen und positive Bewertungen ein Unternehmen erhält, desto besser kann das Ranking in den lokalen Ergebnissen ausfallen.
Genau deshalb wird hier am meisten Unsinn gemacht. Anreize wie kostenlose oder vergünstigte Produkte und Leistungen als Gegenleistung für eine Rezension gelten bei Google als gefälschte Interaktion und sind streng verboten. Ebenfalls unzulässig: Mitarbeiter anzuweisen, eine bestimmte Anzahl von Bewertungen zu besorgen oder bestimmte Inhalte unterzubringen. Und Rezensionen von Menschen, die zum Betrieb in einem Interessenkonflikt stehen, also aktuelle oder frühere Mitarbeiter und Familienangehörige, gehören nach den Richtlinien nicht auf das Profil.
Erlaubt und ausdrücklich vorgesehen ist dagegen der einfache Weg: Kunden bitten, auf einen Google-Link zu klicken oder einen QR-Code zu scannen. Den Link findest du im Profil unter dem Punkt für mehr Rezensionen. Der Rabatt für eine Fünf-Sterne-Bewertung ist nach meiner Erfahrung selten böse gemeint. Er verstößt trotzdem gegen die Richtlinien, und das Risiko trägt allein das Profil, an dem alle bisherigen Bewertungen hängen.
Beiträge und Fotos: was davon wirklich etwas bringt
Im Profil lassen sich Beiträge veröffentlichen, in den Varianten Aktuelles, Angebot und Veranstaltung. Eine Sache dazu steht selten in Anleitungen: Beiträge, die älter als sechs Monate sind, werden archiviert, sofern du keinen Zeitraum angegeben hast. Eine Telefonnummer in der Beschreibung kann dazu führen, dass der Beitrag abgelehnt wird.
Ein Beitrag im Monat reicht. Wichtiger sind die Fotos, und zwar eigene. Ein Stockfoto von einem Werkzeugkoffer erkennt jeder, der zwei Profile nebeneinander gesehen hat. Ein Bild vom eigenen Fahrzeug vor einer Baustelle in Horrem sagt mehr über den Betrieb aus als drei Absätze Beschreibungstext.
Wann das Profil mehr bringt als eine neue Website
Wenn ein Betrieb ausschließlich im Umkreis arbeitet, wenn die vorhandene Website zwar altbacken aussieht, aber lädt, und wenn das Budget begrenzt ist, dann bringt ein sauber ausgefülltes und bestätigtes Profil in den nächsten Monaten mehr als ein Relaunch. Ein Google Unternehmensprofil einrichten kostet dich einen Nachmittag und keinen Cent.
Umgekehrt hat das Profil eine harte Grenze. Es beantwortet die Frage, ob es dich gibt und wie man dich erreicht. Es beantwortet nicht die Frage, warum jemand dich nehmen sollte und nicht den Betrieb zwei Orte weiter. Diese Antwort steht auf deiner eigenen Website, und wenn dort nur ein Begrüßungstext und ein Kontaktformular stehen, hilft auch das schönste Profil nicht weiter. Was eine neue Website für einen Betrieb im Rhein-Erft-Kreis leisten muss, habe ich an anderer Stelle ausführlich beschrieben, ebenso die Kosten und den Ablauf eines solchen Projekts.
Beides zusammen wirkt. Das Profil bringt dich in den Kartenausschnitt, die Website entscheidet, was danach passiert. Wie ich Profil und Website aufeinander abstimme, zeige ich bei der lokalen Suchmaschinenoptimierung.
Die vier Felder, die du nicht raten solltest
Name, primäre Kategorie, Einzugsgebiet und Bestätigung. Diese vier entscheiden darüber, ob das Profil trägt oder ob du in einem halben Jahr von vorn anfängst. Alles andere kannst du beim Google Unternehmensprofil einrichten ruhig erst einmal grob ausfüllen und später nachbessern, ohne dass etwas kaputtgeht.
Wenn du diese vier Felder lieber einmal mit jemandem durchgehst, bevor du auf Speichern klickst: Ich sehe mir dein bestehendes Profil an, sage dir, welche Kategorie zu deinem Betrieb passt, und bereite das Video mit dir vor, damit es beim ersten Versuch durchgeht. Das dauert etwa eine Stunde. Wenn dir das lieber ist als ein zweiter Anlauf in vier Wochen, findest du mich über das Kontaktformular.
Alle Angaben zu den Richtlinien wurden am 6. Oktober 2026 in der Hilfe zum Google Unternehmensprofil geprüft, ebenso die Anforderungen an die Bestätigung per Video und die Angaben zum lokalen Ranking. Beitragsbild und Abbildung im Text sind Stockfotos von Freepik, die Abbildung im Text stammt von gpointstudio.

