Die häufigste Stelle, an der eine Handwerker-Website Anfragen verliert, ist die Telefonnummer. Sie steht im Impressum, manchmal noch ganz unten im Fußbereich, aber nicht dort, wo jemand sie sucht. Und auf dem Handy lässt sie sich nicht antippen.
Eine Website für Handwerker braucht vier Dinge auf den ersten Blick: welches Gewerk du ausübst, in welchen Orten du arbeitest, wie man dich erreicht und woran jemand sieht, dass du die Arbeit kannst. Alles andere kommt danach, und einiges davon kommt gar nicht.
Was auf die Startseite gehört, bevor jemand über Gestaltung redet
Die Telefonnummer gehört in den sichtbaren Bereich, nicht unter drei Wischbewegungen, und sie muss als Telefonlink hinterlegt sein. Auf dem Handy wählt ein Antippen dann direkt. Eine Nummer, die man markieren und kopieren muss, kostet dich Anrufe von genau den Leuten, die es eilig haben.
Im ersten Satz steht, was du machst. Nicht „Ihr zuverlässiger Partner rund um Ihr Zuhause“, sondern „Elektroinstallation und Zählerschränke“ oder „Heizung, Bad und Sanitärnotdienst“. Wer auf deiner Seite landet, hat eine konkrete Frage und entscheidet in wenigen Sekunden, ob er hier richtig ist. Das ist die eigentliche Aufgabe einer Website für Handwerker: in zwei Sätzen klarmachen, dass er richtig ist.
Dazu gehören deine Erreichbarkeit und, falls du einen anbietest, der Notdienst mit Zeiten. Und ein Formular, das nicht nach Anrede, Firma und Faxnummer fragt. Name, Rückrufnummer, ein Freitextfeld, fertig.
Dein Einzugsgebiet gehört auf die Seite, nicht nur in deinen Kopf
Schreib die Orte hin, in denen du tatsächlich arbeitest. Für einen Betrieb aus Kerpen sind das oft Frechen, Bergheim, Erftstadt, Hürth, Elsdorf und Pulheim. Das hilft zwei Seiten: Google ordnet dich regional ein, und der Anrufer weiß vorher, ob er in deinem Gebiet liegt.
Eine Website für Handwerker lebt davon, dass diese Liste stimmt. Trag keine Orte ein, in die du nur fährst, wenn der Auftrag groß genug ist. Der Anruf aus fünfzig Kilometern Entfernung kostet dich eine Viertelstunde am Telefon und bringt nichts.
Was ich nicht baue, sind zwanzig fast gleiche Seiten, auf denen nur der Ortsname wechselt. Das nennt sich Doorway, Google wertet es ab, und ein Kunde merkt es beim zweiten Klick. Eine Seite mit einer ehrlichen Liste reicht.
Leistungen, nach denen jemand tatsächlich sucht
Menschen suchen nicht nach „Leistungen“, sie suchen nach Badsanierung, Heizungstausch, Zählerschrank, Dachrinne, Wallbox. Jede Leistung, mit der du wirklich Geld verdienst, bekommt einen eigenen Abschnitt mit zwei bis drei Sätzen: was dabei passiert, was du dafür brauchst und wie lange es ungefähr dauert.
Das ist die Stelle, an der die meisten Betriebe aufhören, und genau die Stelle, die den Unterschied macht. Eine Website für Handwerker mit sechs beschriebenen Leistungen wird für sechs verschiedene Suchanfragen gefunden. Eine mit einer Aufzählung wird für keine gefunden.
Woran jemand sieht, dass du die Arbeit kannst
Drei bis fünf echte Projekte, jeweils mit einem Satz dazu, was die Aufgabe war und wie du sie gelöst hast. Fotos von deinen eigenen Baustellen, nicht von fremden Bädern aus einer Bilddatenbank. Wenn der Ort dabeisteht, umso besser, dann lesen die Nachbarn mit.
Das ist der Teil, der eine Website für Handwerker von einer beliebigen Firmenseite unterscheidet, und es ist der Teil, der am wenigsten Geld kostet. Ein Handy reicht, wenn du im Hellen fotografierst und die Baustelle vorher aufräumst.
Bewertungen gehören dazu, aber als das, was sie sind. Zwei echte Sätze von einem Kunden aus Kerpen wirken stärker als zehn Sternebewertungen ohne Namen.
Was eine Website für Handwerker nicht braucht
Einen Bilderwechsler über die ganze Breite, der drei Stimmungsbilder durchfährt, bevor irgendetwas lesbar ist. Eine Begrüßung, die mit „Herzlich willkommen“ anfängt. Eine Unterseite „Philosophie“. Ein Kontaktformular mit elf Pflichtfeldern.
Und keinen Mietvertrag über 36 Monate für einen Branchenbaukasten, bei dem dir die Seite am Ende nicht gehört. Wenn du kündigst, ist deine Adresse weg, deine Texte sind weg und die Bewertungen, die daran hingen, auch. Frag vor der Unterschrift, wem die Domain gehört und was beim Wechsel passiert. Das ist die eine Frage, bei der ich schon oft ein längeres Schweigen am Telefon gehört habe.
Die Pflichtangaben, bei denen bei Handwerkern am häufigsten etwas fehlt
Das Impressum regelt Paragraf 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes. Name und Anschrift, eine schnelle elektronische Kontaktmöglichkeit samt E-Mail-Adresse, Registereintrag und Registernummer, falls vorhanden, sowie die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, wenn du eine hast.
Der Punkt, der bei Handwerksbetrieben am häufigsten fehlt, ist ein anderer: Bei reglementierten Berufen müssen die zuständige Kammer, die gesetzliche Berufsbezeichnung und der Staat, der sie verliehen hat, im Impressum stehen, dazu die berufsrechtlichen Regelungen und wie man sie einsehen kann. Für ein zulassungspflichtiges Handwerk heißt das: Handwerkskammer zu Köln, deine Meisterbezeichnung, Deutschland, Handwerksordnung mit Fundstelle. Vier Zeilen, die in sehr vielen Impressen fehlen.
Zur Datenschutzerklärung gehört der Teil, den man nicht sieht. Eine eingebettete Karte und nachgeladene Schriften holen Daten beim Anbieter ab, sobald die Seite aufgeht. Ich binde Schriften deshalb lokal ein und lade die Karte erst, wenn der Besucher zustimmt. Das ist weniger Aufwand als die Diskussion darüber, ob es nötig ist.
Was das BFSG für eine Website für Handwerker wirklich bedeutet
Hier wird gerade viel Angst verkauft, deshalb die Einordnung, wie sie der Zentralverband des Deutschen Handwerks am 18. August 2026 veröffentlicht hat. Erfasst sind Websites mit Angeboten an Verbraucher im elektronischen Geschäftsverkehr, also etwa eine Online-Buchung deiner Leistung mit Zahlungsmöglichkeit. Eine reine Firmenwebsite mit Leistungen, Referenzen und allgemeinem Kontaktformular fällt laut ZDH in der Regel nicht darunter.
Dazu kommt die Ausnahme für Kleinstunternehmen: weniger als zehn Beschäftigte und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme. Auszubildende zählen nicht mit. Verstöße können teuer werden, bis zu 100.000 Euro, aber eben nur für die, die tatsächlich erfasst sind. Wenn du wissen willst, wo deine Seite steht, sind das zwölf Punkte, die du selbst im Browser prüfen kannst.
Mein Rat trotzdem: Mach die Seite bedienbar. Kontrast, Schriftgröße, Tastaturbedienung und Beschriftungen an den Formularfeldern kosten beim Neubau fast nichts und helfen jedem Kunden über sechzig. Von Overlay-Werkzeugen, die Barrierefreiheit per Klick versprechen, rät der ZDH ausdrücklich ab, und ich auch.
Tempo auf dem Handy entscheidet mit
Google misst drei Werte und zieht die Grenze bei 2,5 Sekunden für den Aufbau des größten Elements, 200 Millisekunden für die Reaktion auf eine Eingabe und 0,1 für das Verrutschen des Layouts. Gemessen wird das 75. Perzentil echter Aufrufe, getrennt nach Handy und Rechner.
Bei einer Website für Handwerker scheitert das in der Praxis fast nie an der Technik, sondern an Fotos. Ein Bild direkt aus der Handykamera hat schnell mehrere Megabyte. Zwölf davon auf der Startseite, und die Seite braucht im Mobilfunknetz so lange, dass der Kunde längst beim nächsten Betrieb ist.
Die Abhilfe ist unspektakulär. Bilder vor dem Hochladen auf die Breite verkleinern, in der sie tatsächlich angezeigt werden, und als WebP speichern. Danach liegt ein Baustellenfoto meistens unter 150 Kilobyte statt bei vier Megabyte, und am Bildschirm sieht man keinen Unterschied.
Wann du keine neue Website brauchst
Wenn vier von fünf Aufträgen über Empfehlung kommen und dein Kalender bis März voll ist, dann ist eine neue Website nicht dein nächster Schritt. Dann lohnt sich zuerst dein Eintrag bei Google, den die Karte anzeigt, weil bei lokalen Suchen oben die Karte steht und nicht die blauen Links.
Dasselbe gilt, wenn deine Seite zwar alt aussieht, aber alle Punkte von oben erfüllt. Dann ist eine Überarbeitung der Texte und der Bilder billiger als ein Neubau und bringt mehr. Welcher der beiden Wege bei dir passt, sieht man meistens in der ersten halben Stunde, und woran die Kosten hängen, habe ich an anderer Stelle aufgeschrieben.
Das sage ich auch im Erstgespräch, wenn es so ist. Ein Umbau, der nichts verändert, ärgert dich und nützt mir nur kurz.
Was Kammer und Innung dir abnehmen
Die Handwerkskammer zu Köln berät ihre Betriebe kostenfrei und unabhängig, unter anderem zu Digitalisierung, IT und Online-Marketing. Die Unternehmensberatung erreichst du unter 0221 2022-346. Das ist kein Ersatz für die Umsetzung, aber eine gute Stelle, um eine Einschätzung einzuholen, bevor du ein Angebot unterschreibst.
Regional noch näher dran ist die Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft in Frechen, Kölner Straße 2, Telefon 02234 52222. Dort sitzen die Innungen für Bau, Dachdecker, Elektro, Kfz, Maler, Metall und SHK, dazu betriebswirtschaftliche Beratung und Rechtsberatung für Mitgliedsbetriebe.

Fünf Minuten mit deinem eigenen Handy
Nimm dein Telefon und ruf deine Seite auf, so wie ein Kunde es tut. Steht im ersten Satz dein Gewerk? Kannst du die Nummer antippen, ohne zu scrollen? Stehen deine Orte irgendwo? Dauert der Aufbau länger, als du warten würdest? Findest du im Impressum Kammer und Berufsbezeichnung?
Eine Website für Handwerker ist dann gut, wenn du alle fünf Fragen mit Ja beantworten kannst. Wenn davon mehr als zwei Antworten nein lauten, liegt dein Problem nicht beim Design. Wenn du magst, gehe ich die Punkte mit dir durch und sage dir, was sich an deiner bestehenden Seite ändern lässt und wofür sich eine neue Website für deinen Betrieb in Kerpen und Umgebung lohnt. Den Weg zu mir findest du über das Kontaktformular. Dreißig Tage nach dem Livegang räume ich Fehler kostenlos weg, das gehört bei mir dazu.
Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Die Pflichtangaben wurden am 19. Oktober 2026 im Gesetzestext zu Paragraf 5 DDG geprüft, die Einordnung zum BFSG im Praxis-Leitfaden des Zentralverbands des Deutschen Handwerks vom 18. August 2026, die Grenzwerte für Ladezeit und Stabilität in Googles Dokumentation zu den Core Web Vitals sowie die Beratungsangebote bei der Handwerkskammer zu Köln und der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft. Beitragsbild und Abbildung im Text sind Stockfotos von Freepik (gpointstudio, pressfoto).

